Lebensretter sein

Fußballer*innen lernen Wiederbelebung

Die Bilder im EM-Spiel Finnland-Dänemark, in dem der dänische Fußballspieler Christian Eriksen erfolgreich wiederbelebt werden konnte, gingen um die Welt. Der Fall Eriksen zeigt, wie wichtig richtiges und schnelles Handeln im Notfall ist. Für viele Menschen endet solch ein plötzlicher Herzstillstand tödlich. In Deutschland versterben jährlich ca. 65.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Auch deshalb, weil Laien als Ersthelfer vor Ort häufig nur unzureichend reanimieren oder aus Angst vor Fehlern lieber gar nichts machen. Nur etwa 40 Prozent der Zeugen eines Herzkreislaufstillstandes führen eine Herzdruckmassage durch. Eine Sofortmaßnahme, ohne die der/die Betroffene kaum Überlebenschancen hat. Das muss dringend geändert werden! Dazu haben der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Herzstiftung (DHS) gemeinsam im Herbst 2015 das Gemeinschaftsprojekt „LEBENSRETTER SEIN“ gestartet: ein Projekt, im Rahmen dessen Laien-Reanimationsschulungen für Fußballer durchgeführt werden.

 ©Fußballverband Sachsen-Anhalt

Um auch die Vereine in Sachsen-Anhalt auf solche Notfallsituationen bestmöglich vorzubereiten, bietet der Fußballverband Sachsen-Anhalt gemeinsam mit der Deutschen Herzstiftung Reanimationsschulungen an.

Warum eine Initiative zur Laienreanimation bei Fußballspielern?

Plötzliche Todesfälle auf dem Sportplatz, besonders im Profisport, verfolgen die Medien mit besonderer Aufmerksamkeit. Enorm ist das Medieninteresse, wenn prominente junge Sportler wie 2016 der kamerunische Fußballspieler Patrick Ekeng oder 2012 der italienische Fußballprofi Piermario Morosini betroffen sind. Beide erlitten während eines Spiels einen plötzlichen Herzkreislaufstillstand und verstarben. Der Herzstillstand bei augenscheinlich „gesunden“ und leistungsfähigen Sportlern ist ein seltenes Ereignis, nimmt allerdings im Alter zu. Fußballspielen im höheren Alter ist daher neben verschiedenen gesundheitlichen Vorteilen auch mit Risiken verbunden. „Daher empfehlen wir den aktiven Ü-Fußballern regelmäßige ärztliche Tauglichkeitsuntersuchungen, um ihre individuelle Gefährdung zu minimieren“, unterstreicht Prof. Dr. med. Tim Meyer, Vorsitzender der Kommission Sportmedizin des DFB und Mannschaftsarzt der Fußball-Nationalmannschaft. „Darüber hinaus verfolgen wir gemeinsam mit der Deutschen Herzstiftung eine Initiative, die grundsätzlich die Bereitschaft zur Laienreanimation in dieser Zielgruppe fördern und den korrekten Umgang mit denkbaren tragischen Ereignissen eines Herzkreislaufstillstandes schulen soll“, so Prof. Meyer weiter.

Des Weiteren werden positive Nebeneffekte wie die Stärkung des Verantwortungsbewusstseins der Fußballer für die Sicherheit ihrer Mannschaftskollegen und anderer Menschen im Vereinsumfeld sowie des Zusammenhalts innerhalb der Mannschaft und des Vereins erwartet. Wer in Wiederbelebungsmaßnahmen ausgebildet ist, ist nicht nur ein potenzieller Lebensretter und ein Wissensvermittler („Multiplikator“) für die Einweisung von anderen Personen in die Wiederbelebung. Er/Sie übernimmt darüber hinaus Verantwortung für andere, unterstützt das Ziel einer Gemeinnützigkeit und entspricht damit den Idealen eines öffentlich-rechtlichen Vereins.

Die Initiatoren dieses Projektes sind überzeugt, dass sich die Laienreanimation mit Hilfe flächendeckender Schulungen zu einer Notfallmaßnahme etablieren lässt, die dann von jedem Laienhelfer wie selbstverständlich beherrscht wird. „Nur so kommen wir unserem Ziel näher, dass innerhalb der nächsten drei Jahre bei mindestens bei 80 Prozent aller Menschen, die einen beobachteten Herzkreislaufstillstand erleiden, eine qualitativ hochwertige Laienreanimation durchgeführt wird“, betont Kardiologe Prof. Andresen. „Wir setzen auf die Eigenverantwortung der Spieler und bieten Hilfe zur Selbsthilfe, die ihnen nicht nur im Verein, sondern auch in der Familie oder am Arbeitsplatz zugutekommt.“

Ein kostenloses Herznotfall-Infopaket der Deutschen Herzstiftung unter herzstiftung.de/herznotfall-set kann auch angefordert werden bei: Deutsche Herzstiftung, Bockenheimer Landstr. 94-96, 60323 Frankfurt, Tel. 069 955128400.

Häufige Fragen zum richtigen Verhalten bei Herzstillstand werden in dem Experten-Beitrag „Herzdruckmassage rettet Leben“ unter herzstiftung.de/wiederbelebung beantwortet.

Sie möchten diese Schulung in Ihrem Verein durchführen?

Das Team der Deutschen Herzstiftung kommt direkt bei Ihnen vorbei. Das Schulungsangebot besteht aus einem einmaligen Kurs durch einen Herznotfall-Spezialisten der Deutschen Herzstiftung mit circa zehn bis 15 Teilnehmern bei einer Dauer von ca. 60 bis 90 Minuten. Das Angebot ist für FSA-Vereine kostenlos. Auf dem Info-Blatt sind die Informationen nochmal zusammengefasst.

Linda Banholzer nimmt gerne Ihre Anmeldung entgegen und beantwortet weitere Fragen zum Projekt „Lebensretter sein“.

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Kontaktdaten

Linda Banholzer

Gesellschaftliche Verantwortung

Friedrich-Ebert-Straße 62
39114 Magdeburg

Tel. +49 391 85028-19
E-Mail: l.banholzer@fsa-online.de



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